Gastfamilienwechsel und meine neue Familie

Endlich lasse ich auch nochmal was von mir hören! Nach dem ich eigentlich den Artikel über meine Gastfamilie schon fertig geschrieben hatte, habe ich vor gut zwei Wochen meine Gastfamilie gewechselt. Am Anfang lief alles gut und ich habe mich nach der anfänglichen Eingewöhnungsphase auch echt wohl gefühlt. Irgendwann wurden die Problemen zwischen meinen Gasteltern aber immer deutlicher. Hier in Costa Rica ist die traditionelle Rollenverteilung noch deutlich ausgeprägt. So war es auch in meiner Gastfamilie. Mein Gastvater hatte alles zusagen und meine Gastmutter war deutlich untergeordnet und wurde von meinem Gastvater nur "geduldet". Es war wenig Herzlichkeit zwischen den beiden zu spüren und am Ende haben die beiden aus lauter Frust und Trotz eine Woche lang garnicht mehr miteinander gesprochen. Meine Gastmutter hat mir irgendwann ihr Herz ausgeschüttet und wollte mich zwischen sie und meinen Gastvater stellen. Ich habe mich total unwohl und benutzt gefühlt. Ich habe irgendwann für mich keinen Sinn mehr gesehen, noch weiter in die Probleme eingespannt zu werden und immer mehr zwischen die Fugen zu geraten. Deswegen habe ich schließlich die Entscheidung getroffen, meine Gastfamilie zu wechseln und für mich einen Schlussstrich zu ziehen. Vor zwei Wochen wusste ich allerdings noch nicht, dass das die beste Entscheidung sein würde, die ich bisher in den drei Monaten hier getroffen habe.

 

Der Wechsel erfolgte dann auch direkt zwei Tage später, nachdem ich letztendlich die Entscheidung getroffen habe.

 

Nun lebe ich also schon seit fast zwei Wochen in meiner neuen Familie und ich bin unendlich glücklich hier. Ihr kennt sie ja garnicht, also erzähle ich euch erstmal ein bisschen: meine neue Familie besteht aus meiner Gastmama Vivi, 37 Jahre alt, meinem Gastpapa Alvaro, 50 Jahre alt, meinem Gastbruder Santiago, 6 Jahre alt und meiner Gastschwester Sofia, 8 Monate alt. Außerdem habe ich auch noch vier ältere Gastgeschwister, die bei ihrer Mutter wohnen, aber genau so oft hier bei uns sind.

Ich wohne in einem wunderschönen Haus mit einer echt tollen Aussicht und einem mindestens genau so schönen Zimmer mit eigenem Bad! Was ein Luxus! Aber in meinem Zimmer halte ich mich eigentlich nur zum schlafen auf. Ansonsten bin ich immer mit meiner Familie zusammen. Entweder ich spiele Lego mit meinem Gastbruder, der echt ordentlich nerven kann manchmal , aber mit dem ich auch unendlich viel Spaß haben kann und den ich schon so sehr ins Herz geschlossen habe. Oder ich spiele mit meiner kleinen Gastschwester,die ich den ganzen Tag nur kuscheln und knuddeln will. Sie ist einfach die süßeste Person auf Erden. Ich gehe auch oft mit meiner Gastmama einkaufen, Sachen erledigen, koche mit ihr zusammen oder wir quatschen einfach stundenlang bei einer Tasse Kaffee. Mein Gastpapa ist der witzigste Mensch, den ich seit langem getroffen habe. Er erinnert mich mit seinem Humor einfach so sehr an meinen Papa. Wir können stundenlang über irendwelche Videos lachen, wir erzählen uns witzige Geschichten oder schauen zusammen Fußball. Ich fühle mich hier wie Zuhause, obwohl ich diese Menschen erst seit zwei Wochen kenne. Trotzdem weiß ich schon so viel über sie. Wir erinnern uns jetzt schon gerne zusammen an Dinge, die wir erlebt haben. Lachen über witzige Situationen, weil ich wieder etwas nicht verstanden habe oder etwas falsch aufgefasst habe. Schauen uns zusammen Familienfotos an. Gucken zusammen unsere Lieblingsserie "Gran Hotel", bei der meine Gastmama und ich fast immer nebeneinander einschlafen.  Ich hätte nicht gedacht, dass ich diese vier nach zwei Wochen schon meine zweite Familie nennen würde. Wir genießen einfach zusammen die Zeit und die gemeinsamen Momente. 

Aber nun entwas zu meinem Alltag in der Familie: Wir stehen alle morgens um halb 6 auf, Sofi schläft eh fast nie länger. Ich gehe duschen, packe meine Sachen für die Arbeit und gehe frühstücken, meistens zusammen mit Santi. Meine Gastmama kümmert sich um meine Gastgeschwister und macht sie fertig für den Tag. Meine Gasteltern frühstücken morgens so früh nichts. Dann fährt meine Gastmama meinen Gastbruder mit Sofi im Schläpptau zur Schule und geht danach bei ihrer Mutter, meiner Gastoma, frühstücken. Danach geht sie meistens einkaufen oder schwimmen. Meine Gastmama hat früher ein Blumengeschäft geleitet, aber seit der Geburt von Santi arbeitet sie nicht mehr sondern kümmert sich um Kinder und Haushalt. Mein Gastpapa schmeißt mich auf dem Weg zu seinem Büro an meiner Bushaltestelle raus. Von da aus fahre ich weiter zur Arbeit.

Wenn ich so um 17 Uhr endlich zuhause ankomme und echt müde bin, kommt dann auch direkt mein Gastbruder und möchte, dass ich mit ihm spiele. Das mache ich dann auch meistens für ein Stündchen, damit er endlich Ruhe gibt :D . Meistens spielen wir "Blayblades" oder "Ninya Go". Danach gehe ich kurz in mein Zimmer, ziehe mich um, gucke kurz auf mein Handy und gehe dann auch direkt wieder rüber in die Küche. Esse und trinke kurz was, quatsche mit meiner Gastmama, knuddle meine Gastschwester und helfe meiner Gastmama beim Kochen. Zwischendurch bereite ich noch meinen Englischunterricht für die Arbeit vor und meistens hilft die ganze Familie beim Ausschneiden oder aufkleben von Materialien. Nicht selten endet das dann in einer kleinen Privatunterrichtsstunde mit Santi. Nachdem wir gegessen haben, schauen wir eigentlich fast jeden Abend noch die Serie "Gran Hotel". Um 22 Uhr bin ich aber meistens so müde, dass ich ins Bett gehe und kurz bevor ich ins Bett falle, noch auf mein Handy schaue und Nachrichten beantworte. So laufen im groben hier die Tage ab.

Nach der Arbeit treffe ich mich manchmal noch mit Freunden in San José oder gebe abends mit einer Freundin bei uns im Ort zum Zumba. Bald gehe ich auch zum Handballtraining und zu den Pfadfindern , aber das habe ich nach meinem Familienwechsel erstmal auf Eis gelegt. Ich möchte im Moment noch so viel wie möglich Zeit mit meiner Familie verbringen und nicht jeden zweiten Abend unterwegs sein. Außerdem wohne ich jetzt in den Bergen und ich muss jetzt meine Aktivitäten alle ein bisschen früher planen, weil die Verkehrsanbindung nicht so super ist. An den Wochenenden erledigen wir all die Sachen, die unter der Woche nicht geschafft werden. Einkaufen, Gewächshaus weiter bauen, Familie treffen, Essen gehen oder sonstiges.

Ich bin super froh, hier gelandet zu sein und meine restlichen 9 Monate mit dieser Familie verbringen zu dürfen. Ich freue mich sehr auf die kommende Zeit, vorallem auf unseren Strandausflug nächste Woche mit der ganzen Familie. :)

 

Eins ist mir in der Zeit in den zwei verschiedenen Familien aber klar geworden. Keine Familie der Welt kann meine Familie zuhause ersetzen oder mir auch nur annähernd das Gefühl geben, dass ich zuhause in meiner Familie habe. Hier muss ich immer ein bisschen zurück stecken, gerade am Anfang. Ich würde zu meiner Familie hier nie sagen "Ich habe gerade keine Lust auf euch, ich will einfach für zwei Stunden meine Ruhe haben". Ich passe mich in so vielen Situationen an. Ich sage oft, ich komme mit euch, obwohl ich eigentlich keine Lust habe oder Zeit für mich haben will. Ich spiele oft mit meinem Gastbruder, obwohl ich eigentlich einfach nur meine Ruhe haben möchte.. Das alles muss ich zuhause nicht machen. Zuhause bin ich einfach ich. Aber das vermisse ich absolut nicht. Das gehört dazu, in eine fremde Familie zu ziehen und sich einzuleben. Sein bestes zu geben, um in die Familie zu wachsen und sich so zu zeigen, wie man ist. Es ist eine tolle Erfahrung, seine Familie noch mehr wertzuschätzen, aber gleichzeitig eine neue Familie zu gewinnen. Und für diese Erfahrung bin ich sehr, sehr dankbar.

 

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Mein Projekt

Seit 2 1/2 Monaten arbeite ich mittlerweile in der "Asociación Del Hogar Jesús, María y José", kurz "Hogar"  in einem sehr armen und heruntergekommenen Vorort von San José. Die Hogar ist wie ein Hort für Kinder im Alter von 3 bis 14 Jahren. Die Kinder sind von 7 Uhr morgens bis 17 Uhr nachmittags bei uns, wenn die Eltern arbeiten. In der Hogar bekommen sie Mahlzeiten, Schulutensilien, Kleidung, psychologische Unterstützung und Hilfe bei Hausaufgaben, kleine Unterrichtseinheiten. Für viele Kinder ist die Hogar wie ein zweites Zuhause. Sie bekommen nicht nur Unterstützung, sondern auch Aufmerksamkeit und Liebe. Viele Kinder kommen aus den schwierigsten Familienverhältnissen. Es ist manchmal kaum Geld für Essen oder Kleidung da, teilweise leben die Kinder mit mehr als 10 Geschwistern. Manche Kinder kommen jeden Tag in den gleichen Klamotten, weil sie keine anderen haben. Darin besteht unsere Aufgabe. Ihnen das zu geben, was sie brauchen. Sowohl materiell, schulisch, geistlich als auch psyschich. Ihnen ein zweites Zuhause zu bieten.

 

Ich arbeite Montags bis Freitags von 8 Uhr morgens bis 15 Uhr nachmittags. Frühstückspause ist um 10 Uhr und Mittagspasue zwischen 12 Uhr und 12:45 Uhr. Ich fahre immer mit dem Bus zur Arbeit. Da ich 15 km entfernt von meiner Arbeit wohne und ich hin und zurück jeweils 3 mal umsteigen muss, dauert meine Fahrt auch jeden Tag 2 Stunden hin und zurück. Aber ich bin hier in meinem Projekt so glücklich, sodass ich die Fahrt auf mich nehme, auch wenn es echt anstrengend ist. 

Die Hogar liegt in einem Vorort von San José, der von Wellblechhütten, Armut und riesigen Müllbergen auf der Straße geprägt ist. Dieser Ort gilt als sehr gefährlich und ist hier unter den Einwohnern durch die hohe Kriminalitätsrate und allgegenwärtige Armut sehr verrufen. Familien schlafen auf der Straße, Kinder und Hunde wühlen in den Müllbergen. Und aus solchen Verhältnissen kommen auch einige Kinder aus der Hogar.

Die Hogar selber besteht aus Klassenräumen, Toiletten, Büros, einem Fußballplatz und Spielgeräten für die Kinder, einer Küche, einem Essenssaal, einem Pausenraum, einem Lager und einer Bibliothek. Es ist nicht sonderlich groß und gerade wenn es regnet, bleiben den Kindern nur die überdachten Gänge zum Spielen. Also richtiges austoben findet in der Regenzeit nicht statt.

Die Kinder sind in 8 unterschiedliche Gruppen eingeteilt, in der Größe einer Klasse ungefähr. Die erste Gruppe besteht aus Kindern zwischen 3 und 6 Jahren, die älteste Gruppe aus Kindern zwischen 13 und 14 Jahren. Jede Gruppe hat einen eigenen Klassenraum, "aula" genannt. Es gibt Spielsachen, Schreibutensilien, Schreibtische, Materialien für die Lehrer, alles was man so braucht. Allerdings ist die Austattung nicht annähernd vergleichbar mit Klassen- oder Kindergartenräumen hier in Deutschland. Es gibt nur das Nötigste und die Dächer bestehen aus Wellblech und richtige Fenster gibt es auch nicht. Aber das stört die Kinder nicht. Sie sind froh über jedes Spielzeug, mit dem sie spielen können. Bei ihnen Zuhause gibt es in den seltesten Fällen Spielzeug und auch keinen Platz zum spielen.

Jede Klasse hat einen festen Lehrer, bzw. Betreuer. Das Verhältnis ist nicht wie bei Lehrern und Schülern, sondern eher wie bei Erziehern und Kindern. Die Beziehung ist viel liebevoller und voller Umarmungen. Es ist schön zu sehen, wie viel Halt die Kinder hier bekommen. Neben den "Lehrerinnen" gibt es noch einen Hausmeister, eine Leiterin, eine Sekretärin, zwei Psychologen, drei Köchinnen, die jeden Tag drei Mahlzeiten für die Kinder zubereiten (das Essen ist jeden Tag super lecker) und eine Reinigugskraft. Alle arbeiten zusammen und versuchen als Team, das Beste für die Kinderzu geben.

 

Jede Gruppe hat ihren eigenen Tagesablauf, Bei den Kleinsten steht viel Spiel, Spaß, Basteln und Singen auf dem Programm. Je älter die Kinder werden, umso größer sind die Lernphasen und kürzer die Pausen. Umso selbstständiger arbeiten sie und machen sich für die Schule fertig. Von der Hogar werden die Kinder nämlich auch immer abgeholt und zur Schule gebracht. Manche Kinder morgens, manche Kinder erst um 12. Es ist also nicht immer leicht zu  planen, wenn ich nicht weiß, wann, welche und vorallem wie viele Kinder da sein werden. Interpretation und Spontanität ist also angesagt :D.

 

Wie wird die Hogar eigentlich finanziert? Ja, das ist eine gute Frage. Die Hogar steht unter einer Organisation der Regierung, die solche Projekte finanziell unterstütt. Alle Ausgaben, die für die Kinder getätigt werden, können durch diese finanzielle Unterstützung gedeckt wurden. Diese Ausgaben sind: Essen, Kleidung, Schulutensilien, Materialien für den Unterricht, Schulgeld, Klamotten, Gehälter der Angestellten, Ausflüge, und noch vieles mehr. So könnte die Hogar auch überleben. Aber für alle anderen Ausgaben steht kein Geld zur Verfügung. Deswegen ist die Hogar sowohl auf Finanzielles als auch auf Sachspenden angewiesen. Außerdem veranstaltet die Hogar auch eigene Veranstaltungen. Wie zum Beispiel Flohmärkte oder Kuchenverkäufe mit den Kindern. Somit kann zum Beispiel die Erneuerung des kompletten Daches finanziert werden.

 

Meine Aufgabe besteht darin, da zu helfen, wo ich kann. Gerade am Anfang habe ich alle Kollegen und Kinder, den Tagesablauf, Aufgaben, und vorallem Spanisch kennengelernt. Ich habe in den unterschiedlichsten Gruppen geholfen und die Kollegen unterstützt. Mittlerweile ist mein Spanisch schon echt gut geworden und ich kann immer eigenständiger arbeiten und Aktivitäten und Unterricht vorbereiten. Das Ziel ist, dass ich bald jeden Tag, morgens und mittags in einer anderen Klasse bin und Englischunterricht gebe. Im Moment gebe ich schon in 3 Klassen regelmäßig Unterricht und bereite auch alles eigenständig vor. Der Englischunterricht besteht darin, das Gelernte aus der Schule zu vertiefen und alles von Anfang an nochmal aufzuarbeiten. Denn der Englischunterricht in den Schulen ist meiner Meinung nach nicht sonderlich weit ausgeprägt. Die meisten Kinder wissen im Alter von 14 Jahren noch nicht einmal genau. wie man sich begrüßt oder seinen Namen sagt. Mein Wunsch bsteht darin, dass zu ändern und mit meinen Mitteln und Kenntnissen, den Kindern so viel wie möglich beizubringen. Bei den Kleinsten besteht der Unterricht aus einfachen Englisch-Vokabeln, wie zum Beispiel dem Körper oder die Farben. Ich versuche, mit Liedern, Ausmalbildern, Tänzen oder Geschichten den Kindern die Englische Sprache näher zu bringen. Je älter die Kinder werden, umso mehr Wörter lernen sie, umso schwieriger wird die Grammatik und umso umfangreicher wird der Unterricht. Aber mir macht das alles unglaublich viel Spaß. Es ist ein schönes Gefühl von meinem Gelernten etwas an die Kinder weitergeben zu können. Ihnen etwas nützliches für ihre Zukunft mitgeben zu können. Und deswegen gehe ich jeden Tag mit einem Lächeln zur Arbeit. Auch weil ich weiß, dass wenn ich die Klassenräume betrete, erstmal eine große Gruppenumarmung um mich herum stattfinden wird. Was gibt es besseres, als solch einen Start in den Tag?

 

Aber es ist auch nicht immer einfach. Wenn man täglich sieht, wie schlecht es manchen Kindern geht. Wie man jeden Tag mitbekommt, wie manche Familien ums Überleben kämpfen. Wie traurig manche Kinder aussehen, weil sie wissen, dass wenn sie nach Hause kommen, das reinste Chaos auf sie wartet. Das gehört alles zu wahren Welt dazu. Und ich bin froh, so eine Erfahrung machen zu können. Zu wissen, dass ich den Kindern etwas Gutes tun kann. Wenn auch nur im ganz Kleinen. Aber dafür bin ich hergekommen und deswegen leiste ich meinen Internationalen Freiwilligendienst genau hier, und nicht in einem anderen Projekt.

 

Ich freue mich jetzt schon auf die Stunden mit den Kindern, auch wenn es nicht immer leicht werden wird und ich manchmal schlucken muss oder die Zähne zusammenbeißen werde, weil etwas anders läuft, als ich mir es vorgestellt habe. Aber das gehört dazu und wird mein Jahr hier unvergesslich machen. Genau so freue ich mich auf jedes Lachen mit den Kindern und jeden Ausflug, genau so auf jedes Projekt mit den Eltern der Kindern.

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Abenteuer auf der Finca La FLor

Wie schon angekündigt kommt heute endlich der Artikel über meine sehr aufregende Zeit auf der Finca la Flor in der Nähe von Cartago. Dort haben wir, die anderen Mitfreiwilligen und ich, für einen 10-tägigen Sprachkurs gelebt.

Aber alles von Anfang. Am 21. Januar starteten wir nach einem leckeren Gallo Pinto-Überraschung!- unsere 2 stündige Busfahrt nach Cartago. Mit den vollgepackten kleinen Reisebussen ging es nach 2 Stunden warten, Tico-time, voller Vorfreude los. Die Busfahrt führte vorbei an wunderschöner Landschaft, ärmeren Vororten und wir konnten uns garnicht sattsehen. Wir staunten auch nicht schlecht, als einer der Reisebussen nach 2 Stunden Fahrt das Tor zur Finca mitnahm und somit der Reisebus jetzt eine bleibende Erinnerung an uns hat :). Aber froh, endlich angekommen zu sein, war auch das schnell vergessen und voller Vorfreude auf die nächsten Tage wurden wir erstmal mit einem selbstgemachten Saft, genannt "freso", von der Besitzerin Brigitte, einer Deutschen, in Empfang genommen. Die unglogen tausend Kofferstücke wurden zusammen ausgeladen und dann auch flott die Häuser aufgeteilt, in denen wir für die kommenden Tage leben werden. Also bezogen wir, das heißt Marie, Hendrikje, Katja, Maline und ich, unser Haus. Es war einfach, aber vollkommen ausreichend. Geschlafen wurde in Hochbetten, nur ich hatte Glück, das Einzelbett ergattern zu können, welches im Endeffekt auch das bequemste von allen war. Glück gehabt! Das Bad bestand aus einem Miniwaschbecken, einer Dusche und einer Toilette mit einem Mülleimer, in den hier in Costa Rica immer das Toilettenpapier entsorgt wird. Natürlich vergisst man das auch schonmal, gerade am Anfang! Ausgepackt wurde nur das nötigste, denn wir wurden zu Anfang direkt vor einer ganzen Menge Spinnen und sonstigem Krabbelzeug gewarnt, das uns in den nächsten Tagen noch so einige Überraschungen beschert hat. Aber im großen und ganzen war unsere Hütte echt schön und wenn man bedenkt, dass alle Häuser auf der Finca von der Dorf-Community und den Bewohnern der Finca selber gebaut wurden: Hut ab!

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Die ersten Tage in San José

Am Donnerstag, den 19. Januar 2017 war es dann so weit. Der finale Tag war endlich gekommen und die große Reise nach Costa Rica ging los. Also machten meine Eltern und ich uns auf zum Frankfurter Flughafen, von dem unter anderem auch noch 30 andere Freiwillige, genauso aufgeregt wie ich,  von AFS nach San José, Hauptstadt Costa Ricas, flogen. Nachdem wir am Flughafen nach 20 Minuten einen Parkplatz und das richtige Terminal gefunden hatten, ging es auch direkt zum Check-In Schalter von United Airlines, die uns mehr oder weniger sicher und glücklich nach San José fliegen sollten. Nach netten Fragen von der Sicherheitsdame, wie zum Beispiel mein Abischnitt war, konnte ich unter großem Bangen (mein Koffer hatte zum Glück nach 5-maligem Ausmisten, doch die 23kg- Grenze gerade so unterschritten- Puuuuuhhhhh!! ) endlich einchecken. Doch der Abschied von meinen Eltern ließ dann nicht mehr lange auf sich warten. Obwohl die Aufregung und Spannung so groß war, fiel mir das Tschüs sagen doch deutlich schwerer als erwartet und es liefen bei uns doch viele Tränen. Schweren Herzens machten wir uns gemeinsam auf zum Security-Check und der Abschied war schneller vergessen als erwartet, denn wir steckten uns gegenseitig mit unserer Vorfreude und Spannung an.

Nachdem sich alle für 4 Euro noch ein Wasser gegönnt hatten, ging es dann voller Vorfreude zum ersten Flugzeug nach New York, unser Zwischenhalt. Zum großen Vergnügung von uns allen, saßen alle nahe beieinander und der Flug konnte losgehen. Ich hatte ziemliches Glück, denn meine Mitfreiwillige und ich hatten 4 Plätze für uns und konnten uns ziemlich entspannt ausbreiten. Der Flug war echt entspannt, denn mit dem leckeren Essen, den Decken, dem Getränke-Service und der große Filmauswahl konnte man es echt aushalten.

 

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Kira in Costa Rica


Seit dem 18. Januar 2017 habe ich hier in Costa Rica meinen einjährigen Freiwilligendienst angetreten. In San José, der Hauptstadt Costa Ricas mit rund 400.000 Einwohnern werde ich ein Jahr in einer Kindertagesstätte für Kinder aus nicaraguanischen Wanderarbeiterfamilien arbeiten. Die Asociación Del Hogar Jesús, María y José ist ein unglaublich toller Ort, der von sehr viel Freude, guter Laune, Spaß und super tollen Kindern und Kollegen geprägt wird. 

Hier auf diesem Blog werde ich von meinen persönlichen Erfahrungen, Projekt, Gastfamilie, Reisen und Ereignissen errichten, die mich bewegen und die ich gerne teilen möchte. Und natürlich auch, um euch im weiten Deutschland, ein Stück weit an meinem Leben hier in Costa Rica teilhaben zu lassen!

Viel Spaß beim stöbern und lesen :)