Die ersten Tage in San José

Am Donnerstag, den 19. Januar 2017 war es dann so weit. Der finale Tag war endlich gekommen und die große Reise nach Costa Rica ging los. Also machten meine Eltern und ich uns auf zum Frankfurter Flughafen, von dem unter anderem auch noch 30 andere Freiwillige, genauso aufgeregt wie ich,  von AFS nach San José, Hauptstadt Costa Ricas, flogen. Nachdem wir am Flughafen nach 20 Minuten einen Parkplatz und das richtige Terminal gefunden hatten, ging es auch direkt zum Check-In Schalter von United Airlines, die uns mehr oder weniger sicher und glücklich nach San José fliegen sollten. Nach netten Fragen von der Sicherheitsdame, wie zum Beispiel mein Abischnitt war, konnte ich unter großem Bangen (mein Koffer hatte zum Glück nach 5-maligem Ausmisten, doch die 23kg- Grenze gerade so unterschritten- Puuuuuhhhhh!! ) endlich einchecken. Doch der Abschied von meinen Eltern ließ dann nicht mehr lange auf sich warten. Obwohl die Aufregung und Spannung so groß war, fiel mir das Tschüs sagen doch deutlich schwerer als erwartet und es liefen bei uns doch viele Tränen. Schweren Herzens machten wir uns gemeinsam auf zum Security-Check und der Abschied war schneller vergessen als erwartet, denn wir steckten uns gegenseitig mit unserer Vorfreude und Spannung an.

Nachdem sich alle für 4 Euro noch ein Wasser gegönnt hatten, ging es dann voller Vorfreude zum ersten Flugzeug nach New York, unser Zwischenhalt. Zum großen Vergnügung von uns allen, saßen alle nahe beieinander und der Flug konnte losgehen. Ich hatte ziemliches Glück, denn meine Mitfreiwillige und ich hatten 4 Plätze für uns und konnten uns ziemlich entspannt ausbreiten. Der Flug war echt entspannt, denn mit dem leckeren Essen, den Decken, dem Getränke-Service und der große Filmauswahl konnte man es echt aushalten.

 

 

Und so betraten wir nach 9 Stunden Flug doch relativ entspannt und ausgeruht, aber immer aufgeregter, amerikanischen Boden. Noch kurz die Skyline betrachtet, dann ging es auf, die Koffer wieder abholen und aufgeben und erneut zum Sicherheitscheck. Nachdem alle durch waren und auch der letzte durch die Pass-Kontrollen war, ging es ab zur letzten Etappe: der 6-Stündige Flug nach San José, der alle wach halten sollte.
In der Luft waren es im Flugzeug plötzlich -20 Grad, mehrere Kinder schrien, für die Filme mussten man zahlen und es gab so viele Turbolenzen, dass kaum einer die Augen zu machen konnte und die Zeit gefühlt garnicht verging. Nach so viel Aufregung schossen mir unendlich viele Fragen durch den Kopf: Wie wird es i´n San José sein? Wie werden wir vom Flughafen zum Hostel kommen? Wie warm wird es sein? Was werden wir dort die nächsten 3 Tage machen? Und so weiter und so weiter... Aber auch der Flug war irgendwann vorbei und wir waren angekommen! Um 21 Uhr Ortszeit erreichten wir ´San José. Ich konnte es kaum glauben, dass wir wirklich da waren. So lange habe ich darüber nachgedacht wie es wohl sein wird, in Costa Rica zu sein, aber erstmal sahen wir nur Koffer, Zollbeamten und dann endlich unsere costaricanischen AFS-ler, die uns am Flughafen erwarteten.

Nach ´zwei Stunden kamen dann die Busse, die uns zu unserem Hostel brachten. Nachdem alle tausend Koffer und Rucksäcke eingeladen waren, ging es los. Während der Fahrt zum Hostel konnte ich mich kaum satt sehen an den Häusern, Lichtern und der Landschaft. Aber schnell wurde mir klar, dass der Verkehr hier in Costa die reinste Hölle ist und ich mich echt gefragt habe, wie dieses Verkehrssystem ohne minütige Unfälle auskommt. Aber wir sind heil angekommen! :D

Im Hostel haben wir unsere Zimmer verteilt, die Koffer in die Zimmer geschleppt und die letzten Anweisungen für den nächsten Tag erhalten. Totmüde sind wir alle um 2 endlich ins Bett gefallen, aber lange konnten wir nicht schlafen, denn am nächsten morgen gab es schon um halb 7 Frühstück.

Wenn man man zu sechs Mädels auf einem Zimmer ist und alle morgens duschen wollen, dann muss man ordentlich Zeit einplanen. Also ist die erste von uns um halb 6 duschen gegangen, und alle anderen hinter.

Das Frühstück war das nächste Spannende und Neue. Anstatt Müsli oder Brot erwartete uns "Gall0 Pinto", eins von den vielen costaricanischen Nationalgerichten . Reis mit schwarzen Bohnen gemischt, das jetzt täglich zu unserem Begleiter werden sollte. Es schmeckte echt lecker und gesättigt machten wir uns auf zum AFS-Büro di´rekt in der Nähe. Dort hatten wir für 3 Tage unser Einführungscamp.

Zunächst wurden wir dort alle herzlich empfangen und begrüßt. Danach mussten alle nacheinander die Dokumente und das Geld für unseren Visumsantrag abgeben, der mich im Vorfeld so einige Nerven gekostet hat. Welche Dokumente man jetzt genau wann braucht, welche übersetzt oder beglaubigt werden müssen, war so lange ein einziges Chaos. Aber alle haben es geschafft und nach einem kleinen Snack, ein halbes weißes Toast mit etwas undefinierbarem als Belag und Eistee, ging es zum Bürgeramt. Es hat ca 3. Stunden gedauert bis auch wirklich jeder seine Fingerabdrücke, Passbilder und die nötigen Unterlagen abgegeben hatte. Zurück ging es ins AFS Büro wo uns eine riesige Pizzabestellung erwartete. Und dabei dachte ich, wir sind in dem Land mit dem frischesten Obst! :D aber lecker war sie trotzdem. Bis 17 Uhr haben wir zusammen mit den costaricanischen AFS-Volunteers über Costa Rica, Regeln, Familienleben, Projekte und Erwartungen, Hoffnungen und Ängste gesprochen, das echt Spaß gemacht hat. Aber der Mix zwischen Deutsch, Englisch, Spanisch und Französisch mit einigen Mitfreiwilligen aus Belgien, war echt richtig verwirrend.
Danach ging es zurück ins Hostel, es wurde kurz ausgeruht und um 19 Uhr ging es in eine nahegelegene Mall zum Abendessen. Alle hatten sich auf Obst, frischen Salat oder Reis mit Bohnen gefreut, aber wir wurden mit allen Fastfood-Ketten begrüßt, die man sich nur vorstellen kann. Na gut, dass gesündeste was ich endlich gefunden hatte, war ein Burrito mit viel Salat, der trotzdem sehr lecker war. Totmüde und voller Eindrücke und Gedanken fiel ich endlich um 23 Uhr ins Bett. 

Am nächsten Morgen wurden wir um 6 mit einem strahlenden Sonnenaufgang geweckt, und der Duschmarathon bagann vom neuen. Zum Frühstück gab es wieder, wie erwartet Gallo Pinto, costaricanischen Kaffee und Ananas-Saft. Im AFS-Büro angekommen haben wir Gruppenspiele gespielt, uns mit unserer Kultur und Identität auseinandergesetzt, den costaricanischen AFS-Präsidenten getroffen, und auch der weltweite Präsident von AFS war zu der Zeit im Lande und hat uns einen Besuch abgestattet. Zum Mittagessen gab es na was wohl? Ja genau, wieder Pizza, aber dieses mal wurde sie mit weniger Begeisterung aufgenommen. Zwei Tage nur Fastfood war für mich auch echt genug. Aber gegessen habe ich es trotzdem, denn es sollte Abends erst erneut was geben.

Nach dem Mittagessen und kurzem Ausruhen in der Sonne ging es kurz ins Hostel zurück, um uns schnell umzuziehen. Um 17 Uhr machten wir uns auf eine kleine Stadtwanderung durch San José, während die neuen Eindrücke nur so auf mich einprasselten. Nach 2 Tagen in einer costaricanischen Großstadt waren die oberirdischen Leitungen und Rohre, kaum vorhandene Bürgersteige, massenweise Müllsäcke am Straßenrand, der chaotische Verkehr, die Busse mit offenen Türen, der Lärm und der Trubel noch sehr neu und ungewohnt für mich, aber das wird in den nächsten Wochen und Moanten sicher zu meinem neuen Leben hier dazu gehören. Mit massenweise Eindrücken und Fotos ging es kurz zurück ins Hotel zum umziehen. Denn unerwarteter Weise ist es tagsüber hier sehr sehr heiß, ca. 33 Grad, aber Abends kühlt es bis auf 20 Grad runter. :O

Danach machten wir uns direkt auf zu einem costaricanischen Restaurant, dem ich den ganzen Tag schon entgegen gefiebert habe. Das Essen war super lecker und Reis mit Bohnen und Fleisch wird es wohl in diesem Jahr öfters bei mir geben. :) Um 23 Uhr bin ich nach Koffer packen und Zimmer aufräumen totmüde ins Bett gefallen, denn am nächsten Morgen wird es für uns auf eine Finca für einen zehntägigen Sprachkurs gehen. Nach einem leckeren Frühstück und Kaffee machten wir uns in vielen Reisebussen auf zur Finca in der Nähe von Cartago, südöstlich von San José. Aber was wir dort in den nächsten Tagen so erleben werden, erfahrt ihr in meinem nächsten Beitrag in ein paar Tagen. :) Also seid gespannt!

Die ersten Tage in San José waren echt toll und so vollgestopft mit neuen Eindrücken, spanischen Wörtern, netten Menschen, Infos und Fragen, dass die Zeit hier doch wie im Flug vergangen sind. Ich bin echt dankbar, dass ich ein Jahr hier in diesem unglaublich tollen Land leben darf. Ich habe es immer noch nicht so ganz realisiert, dass mein Jahr hier jetzt endlich losgeht und ich denke, dass ich dafür auch noch einige Tage brauchen werde. Aber ich bin jetzt schon so gespannt, was mich in den nächsten Tagen und Wochen hier so alles erwartet!


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Kommentare: 4
  • #1

    Stephi K (Montag, 20 Februar 2017 15:28)

    Super interessant geschrieben, ich warte auf die Spinnen-Abenteuer!

  • #2

    Rebekka Reiermann (Dienstag, 28 Februar 2017 15:19)

    Liebe Kira, das klingt wirklich super!! Ich wünsche dir eine tolle Zeit, viel Spaß und alles Gute! Genieß es... Liebe Grüße und hasta pronto :-)

  • #3

    Klaus L (Mittwoch, 01 März 2017 10:58)

    Hallo Kira, tausend neue Eindrücke, da darf Dir schon mal der Kopf rauschen. Ich freue mich für Dich und bin ein kleines Bisschen neidisch.

  • #4

    Werner Roth (Donnerstag, 30 März 2017 09:11)

    Wir warten auf Deinen nächsten Bericht und hoffen Dir geht es noch gut. Biixi hatte ja ständigen
    Kontakt mit Dir, sie ist aber im Moment auf "Malle" Gruß Oma u. Opa !