Abenteuer auf der Finca La FLor

Wie schon angekündigt kommt heute endlich der Artikel über meine sehr aufregende Zeit auf der Finca la Flor in der Nähe von Cartago. Dort haben wir, die anderen Mitfreiwilligen und ich, für einen 10-tägigen Sprachkurs gelebt.

Aber alles von Anfang. Am 21. Januar starteten wir nach einem leckeren Gallo Pinto-Überraschung!- unsere 2 stündige Busfahrt nach Cartago. Mit den vollgepackten kleinen Reisebussen ging es nach 2 Stunden warten, Tico-time, voller Vorfreude los. Die Busfahrt führte vorbei an wunderschöner Landschaft, ärmeren Vororten und wir konnten uns garnicht sattsehen. Wir staunten auch nicht schlecht, als einer der Reisebussen nach 2 Stunden Fahrt das Tor zur Finca mitnahm und somit der Reisebus jetzt eine bleibende Erinnerung an uns hat :). Aber froh, endlich angekommen zu sein, war auch das schnell vergessen und voller Vorfreude auf die nächsten Tage wurden wir erstmal mit einem selbstgemachten Saft, genannt "freso", von der Besitzerin Brigitte, einer Deutschen, in Empfang genommen. Die unglogen tausend Kofferstücke wurden zusammen ausgeladen und dann auch flott die Häuser aufgeteilt, in denen wir für die kommenden Tage leben werden. Also bezogen wir, das heißt Marie, Hendrikje, Katja, Maline und ich, unser Haus. Es war einfach, aber vollkommen ausreichend. Geschlafen wurde in Hochbetten, nur ich hatte Glück, das Einzelbett ergattern zu können, welches im Endeffekt auch das bequemste von allen war. Glück gehabt! Das Bad bestand aus einem Miniwaschbecken, einer Dusche und einer Toilette mit einem Mülleimer, in den hier in Costa Rica immer das Toilettenpapier entsorgt wird. Natürlich vergisst man das auch schonmal, gerade am Anfang! Ausgepackt wurde nur das nötigste, denn wir wurden zu Anfang direkt vor einer ganzen Menge Spinnen und sonstigem Krabbelzeug gewarnt, das uns in den nächsten Tagen noch so einige Überraschungen beschert hat. Aber im großen und ganzen war unsere Hütte echt schön und wenn man bedenkt, dass alle Häuser auf der Finca von der Dorf-Community und den Bewohnern der Finca selber gebaut wurden: Hut ab!

Aber erstmal kurz ein bisschen mehr über die Finca. Die Finca wurde vor 20 Jahren von einer Deutschen gegründet, Brigitte. Das Konzept der Finca beruht auf ökologischem und eigenständigem Anbau von Lebensmitteln, sehr einfachem Leben, vegetarischen Mahlzeiten. Außerdem ist die Finca der Mittelpunkt des Dorfes. Bewohner arbeiten als Landwirte, Spanischlehrer, Hausmeister oder auch in der Küche. DIe Stimmung ist super herzlich, entspannt und alle sind froh, mitteinander und füreinander auf der Finca zu arbeiten und zu leben. Nicht selten sitzt man beim Kaffee zusammen und unterhält sich, hilft die Tiere zu füttern oder in der Küche mitabzuwaschen. Denn die Damen, die immer abwechslend zu dritt für alle Kochen, bereiten alles ohne Strom zu, sondern über dem Feuer. Die ganze Arbeit und Mühe schmeckt man auch, denn das Essen war immer unglaublich lecker und gesund und ich habe jeden Tag aufs neue gestaunt, was die Damen so unterschiedliches mit Reis und Bohnen und Gemüse zaubern können. Dieses Essen werde ich auf jeden Fall vermissen!

 

Nach dem Auspacken wurde dann auch schon die Glocke zur täglichen Versammlung geläutet. Alle kamen zusammen und erzählten von den ersten Krabbeltieren, den Häusern und was alles schon entdeckt wurde.

Brigitte hat uns das Konzept der Finca erklärt, was uns in den nächsten Tagen so erwartet und uns die 5 Spanischlehrer vorgestellt, die die unterschiedlichen Gruppen unterrichten werden. Danach ging es auch direkt erstmal zum Mittagessen, welches super lecker war. Danach stand der Spanischeignungstest vor uns, vor dem alle ein bisschen Bammel hatten. In Kleingruppen wurden wir aufgerufen und mussten Fragen über uns, unsere Stadt und unser Leben in Deutschland beantworten. Da mein Spanisch noch zu wünschen lässt, konnte ich dem entsprechend auch nur ein paar Worte rausbringen. Aber dafür bin ich ja schließlich auch hergekommen. Als alle durchwaren, wurden die Gruppen verkündet und wir hatten bis zum Abend Freizeit, die wir mit Kartenspielen, Gitarrespielen oder auch quatschen verbrachten. Das Abendessen war super lecker und danach fielen alle auch schon bald totmüde ins Bett. Der erste Eindruck und die ersten paar Stunden hier waren sehr aufregend gewesen aber super schön und ich habe mich echt auf die nächsten Tage hier gefreut. Aber geschlafen haben wir schon nach 5 Minuten "Bibi und Tina" hören, denn am nächsten Morgen mussten wir um halb 7 aufstehen, um pünktlich beim Frühstück zu sein und um 8 Uhr im ersten Spnsich-Unterricht zu sitzen.

 

 

Die kommenden Tage verliefen alle nach einem ähnlichen Muster: um halb 7 aus dem warmen Bett quälen, zu fünft durchs Bad hetzen, halb 8 Frühstück und um 8 Uhr zum Spanischunterricht. Ich war, wie erwartet, in einer der drei Anfängergruppen. Unsere Lehrerin hieß Lilli und war echt super, super nett. Wir haben vorallem die richtige Aussprache, Wortstellungen, Unmengen an Vokablen und die erste Grammatik als Grundlage gelernt. Das hat echt Spaß gemacht, denn der Unterricht war immer spannend durch Spiele, Rätsel oder kreative Gestaltung.

Die erste Unterrichtseinheit ging immer von 8 bis 10, Danach gab es eine kleine Pause bis halb 11, in der wir alle zusammenkamen, einen Saft tranken und uns in der Sonne entspannten. Dann ging es bis 12 Uhr nochmal weiter. Um halb 1 gab es Mittagessen und bis 14 Uhr war dann immer Mittagspause. Die haben wir immer in unterschiedlichen Gruppen verbracht. Die einen haben Karten gespielt, die anderen haben das Gelände erkundet, wieder andere waren in dem kleinen Supermarkt 5 Minuten entfernt, der außer Eis, Getränken und Süßigkeiten nicht viel anderes zu bieten hatte. Manchmal wurde auch Sport getrieben, entweder Yoga oder auf dem dorfeigenen Fußballplatz ein bisschen Fusi gezockt. Um 14 Uhr ging es dann mit allen Freiwilligen und Lehrern zusammen zu "Clase Colectiva", einer Art Gemeinschaftsunterricht auf spielerische und kreative Weise. Nicht selten mussten wir uns ein Theaterstück überlegen oder in Gruppen gegeneinander antreten. Der Lerneffekt war eher geringer, hier stand eher der Spaß im Vordergrund. Diese Stunden haben auch definitiv Spaß gemacht und wir haben echt viel miteinander gelacht.

 

Ab 16 Uhr war wieder Freizeit bis ca 18:30 Uhr. Da gab es dann Abendessen und danach saßen wir zusammen, haben wieder Karten gespielt, in den Häusern gechillt, Dance-Partys gefeiert und einfach die Zeit zusammen genossen. Ab 18 Uhr wird es hier nämlich auch immer dunkel und dann bin ich auch echt immer schnell müde geworden, denn das Spanisch lernen, die Hitze und einfach die Umstellung waren echt anstrengend. Um 21 Uhr ging es auch meistens ins Bett. Ja, das war unsere Idee aber die wurde eigentlich jeden Abend von irgendeinem Krabbeltier gestört, welches erstmal entfernt werden musste und wir dabei auch nicht selten aus Protest von ihnen angegriffen und angesprungen wurden. Unter großem Geschrei war das nicht einfach und auch so manchmal haben wir die Tier in den Abfluss unserer Dusche eingesperrt und kurz das Wasser laufen lassen. Am nächsten Morgen wollte in dieser Dusche aber keiner mehr duschen. Deswegen hatte ich die ganzen nächsten Tage dann eine Dusche für mich alleine! Was ein Luxus! Aber von Handgroßen Spinnen, Kakerlaken, Riesenarmeisen und Heuschrecken bin ich jetzt auf jeden Fall abgehärtet! Aber mit dem Gefühl einzuschlafen, es könne jederzeit eine Tier über dich laufen, war echt eim bisschen fies aber selbst daran habe ich mich nach ein paar Tagen gewöhnt!

 

 

Eine unseren Überraschungen
Eine unseren Überraschungen

So in etwa liefen im groben und ganzen fast alle Tage auf der Finca ab, aber zwischendurch haben wir auch noch einige Highlights erlebt, die ich euch natürlich nicht vorenthalten möchte.

 

Einmal haben wir zum Beispiel mit unseren Spanischlehrerinnen eine kleine Wanderung zu einem Supermarkt unternommen. Wir haben so einiges an Orten, Lanschaften, Leuten, Tieren gesehen und einen weiteren kleinen Einblick in das normale costa-ricanische Leben erhalten. Allerdings war die Wanderung auch echt anstrengend, denn die Finca liegt auf einem Berg und um vom Tal wieder zur Finca zu gelangen, mussten wir einiges an Steigung auf uns nehmen. Für die Ausblicke und die Landschaft die wir bestaunen konnten, hat sich die Anstrengung umso mehr gelohnt. Oder die kleine Babykatze, die uns gefolgt ist um Streicheleinheiten zu bekommen.

Jede Spanischgruppe musste auch ein kleine Vorführung für den letzten Tag vorbereiten. Meine Gruppe und ich haben uns ein Theaterstückt überlegt, in dem wir den Alltag und die Highlights der ganzen Zeit ein bisschen überspitzt dargestellt haben. Außerdem mussten alle anderen einen Mord an unserer Spanischlehrerin aufdecken, den wir vorher mit viel Spaß und Kriminalwissen konstruiert hatten. Eine andere Gruppe hat ein Lied geschrieben, noch eine andere einen Film gedreht und wieder andere haben sich eine Traumreise überlegt. Das Highlight war allerdings eine Pinata, die wir unter großen Mühen endlich zerschlagen hatten und die Süßigkeiten wie kleine Kinder aufgesammelt hatten. Das hat mich so ein bisschen an einen Kindergeburtstag erinnert. :) Außerdem gab es noch Kuchen, getanzt wurde auch unter viel Gelächter und vorallem habe ich mich über die total süße Abschiedsrede von unseren Spanischlehrerinnen gefreut.

Ein anderes Highlight war auch noch der Tanzkurs, den uns eine unserer Spanischlehrerinnen gegeben hatte. Unter viel Gelächter und gegenseitigem Belustigen haben wir versucht unsere Hüften zu schwingen, nicht ganz aus dem Takt zu kommen und irgendwie das nachzumachen, was unsere Tanzlehrerin da vorne vorgewirbelt hat. Aber nach ein paar Versuchen hat es dann doch ganz gut geklappt und irgendwann sind wir dann doch sehr ins schwitzen gekommen. Minütlich wurden die Tanzpartner gewechselt und zwischen Salsa, Merengue, Bachata und Cumbia hin und hergewechselt. Dabei habe ich so einiges durcheinander gabracht aber es war einfach ein total witzig Abend mit viel Spaß! Das werde ich auf jeden Fall bald nochmal machen!

Und so verging die Zeit auf der Finca doch viel schneller als gedacht. Ich habe viel gelernt, gesehen und gehört und  bin Brigitte für diese Zeit sehr, sehr dankbar. Wir Freiwillige sind untereinander nur noch mehr zusammengewachsen und ja ich kann schon sagen, dass diese Menschen für mich auf jeden Fall wie eine zweite Familie sind. Man erlebt so viel und klar kann ich meiner Familie zuhause in Aachen alles anvertrauen, aber es ist einfach was anderes seine Gedanken und Gefühle mit Freunden zu teieln, die das gleiche erleben und wissen, wie sich das alles anfühlt. Wir hatten so unendlich viel Spaß zusammen, haben zusammen gelacht, gegrübelt, uns gegenseitig geneckt aber auch über Sorgen und Ängste gesprochen.

 

Aber nach 10 wundervollen Tagen auf der Finca war es dann irgendwann auch endlich so weit. Am 2. Februar war der Tag des Abschiedes gekommen. Wie man immer so schön sagt: "man kommt und geht mit einem lachenden und einem weinenden Auge". Die Zeit auf der Finca werde ich auf jeden Fall vermissen, aber am meisten die anderen Freiwilligen. Ich habe mich aber auch so auf meine Gastfamilie gefreut, mit der ich in den letzten Tagen viel Kontakt über WhatsApp hatte. Die Vorfreude war unendlich groß und das Ungewisse, was einen erwartet und wie die Gastfamilie so ist, hat mich echt nervös gemacht. Jetzt ging mein Jahr hier aber erst so richtig los und ich war so gespannt, was in diesem Jahr alles auf mich warten würde.

Nachdem alle Koffer wieder eingepackt wurden, wir ein letztes Mal das leckere Frühstück genießen konnten und noch tausend Fotos schnell geknispt wurden, war der Abschied gekommen. Unter einigen Tränen umarmten sich alle und Wünsche und Versprechungen auf ein baldiges Wiedersehen wurden ausgetauscht. Dann stiegen wir alle in unsere Busse, die uns schließlich zu unseren Gastfamilien bringen sollten. Aber was das für ein Abenteuer war, erfahrt ihr in meinem nächsten baldigen Bericht! Also bis dann und "Hasta Luego" ! Eure Kira

Kommentar schreiben

Kommentare: 7
  • #1

    Werner Roth (Montag, 06 März 2017 06:13)

    Liebe Kira. Wir haben Deinen Bericht aufmerksam gelesen und freuen uns daß Du dich wohlfühlst.
    Wir warten auf weitere Berichte und freuen uns so an Deinem Leben teilnehmen zu können
    Gruß Oma u. Opa !

  • #2

    Roth,Gerda u. Werener (Montag, 13 März 2017)

    Dieser letzte Bericht war so umfangreich , das wir meinen dabei zu sein !
    Mit großer Neugier warten wir auf die nächsten Schilderungen. Wie wir feststellen können,
    geht es Dir gut und wir müsen uns keine Sorgen machen. Gruß Oma u. Opa !

  • #3

    Günter (Mittwoch, 15 März 2017 00:43)

    Hallo Kira, ich freue mich sehr das du mich in deine Vertrilerliste aufgenommen hast. Ich habe mit großen Interesse deinen Bericht gelesen und freue mich für dich das der Einstieg in ein spannendes Jahr so toll war. Bin gespannt was du uns noch so anvertraust bleib gesund und genieße diese Zeit.
    LG Günter

  • #4

    Marlene (Mittwoch, 12 April 2017 13:27)

    Liebe Kira,
    ich lese so gern, was du schreibst, denn es ist fast so, als wäre man dabei.
    Herzliche Grüße, hasta pronto,
    Marlene

  • #5

    studentki sex (Dienstag, 05 September 2017 06:25)

    widownia

  • #6

    oferty dziewczyn (Freitag, 08 September 2017 11:08)

    mikrofilmowy

  • #7

    twój horoskop (Donnerstag, 14 September 2017 09:25)

    Starachowice